Die nächste Waren-Tauschbörsen
in Herrenberg:

28. März 2020
19. September 2020

Hallenöffnung immer ab 08:30 Uhr.
Warenanlieferung ab 08:30 bis spätestens 11:00 Uhr.
Ende der Waren-Tauschbörse immer 12:30 Uhr.
Bitte beachten Sie: Neue Regeln für die Warenannahme!
Und: Je früher Sie Waren anliefern, desto größer ist die Chance, dass diese auch dankbare Abnehmer*innen finden!

Schönes vor dem Müll retten

10.10.2016

Herrenberg: Die 49. Warentauschbörse ist die größte im Landkreis Böblingen

Geschirr, Lampen, Kleider, Spiele und Bücher in allen Varianten wurden bei der 49. Warentauschbörse auf langen Biertischen in der Herrenberger Mehrzweckhalle angeboten. Der Vorsitzende des Vereins „Das bessere Müllkonzept – Vermeiden statt Verbrennen“, Andreas Ruoff, freut sich über die „hohe Frequenz“ der Besucheranzahl: „Ich schätze, dass im Verlauf des Vormittags über 800 Menschen kommen.“

Madeleine Krauth

Allerhand Kurioses wurde in der 25-jährigen Geschichte der Börse eingetauscht: „Vor ein paar Jahren brachte eine Frau ihr Tafelsilber im Koffer mit“, das fand auch Ruoff ungewöhnlich. Aber er weiß von weiteren Vorfällen zu berichten: „Eine ältere Frau kam vor einiger Zeit mit ihrem Rollator“, den sie in der Ecke abstellte. „Als sie wieder gehen wollte, war der Wagen weg.“ Am Samstag ging es kurios weiter: Ein Besucher brachte ein Messer-Set im Schuhkarton, dieses wurde schnell aus Sicherheitsgründen von einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin auf die Seite gelegt. Die Organisatorin Sigrid Schmidt musste das Kaffeegeschirr, das für den Kuchenverzehr vor Ort vorgesehen war, retten. Ein Besucher wollte es gern mitnehmen. Das wäre allerdings nicht gut gewesen. Denn der Verein bezahlt die Hallenmiete, die Tische und die Entsorgung der übriggebliebenen Reste von den Spenden, die durch den Kuchen finanziert werden. Gut erhaltene Gegenstände durften bis 11 Uhr vorbeigebracht und gegen andere Gegenstände eingetauscht werden. Ehrenamtliche Helfer durchsuchten die Waren auf ihre Tauglichkeit. Dabei mussten die 16 Mitarbeiter, mit orangen Warnwesten ausgestattet, für einen halbwegs kontrollierten Ablauf sorgen: „Die Tauschbörse gefällt mir gut. Aber das Schubsen“ findet der 87-jährige Erwin Vogt aus Nebringen nervig. Das hat seinen Grund darin, dass sich viele voller Elan über die Bänke werfen und an den Sachen zerren, als ob das Beste sonst weg ist. Die Aktion selbst findet der Nebringer aber gut: „Es ist doch besser, die Sachen vorbeizubringen, als sie in die Mülltonne zu werfen, weil man sie nicht mehr brauchen kann.“ Daniela Zwick aus Herrenberg hat sich auf die erfolgreiche Suche nach Zeitschriften und Büchern gemacht. „Ich hoffe, dass ich weniger mit nach Hause nehme, als ich mitgebracht habe“, meint die 35-Jährige. Schließlich wolle sie zu Hause weniger haben.

Das Vereinsmitglied Rudolf Delker ist gern dabei und steht als Ordner bei den Büchertischen. „Es ist schön, anderen eine Freude zu machen. Die Bücher sind für viele Menschen ein wichtiger Begleiter“, meint der 75-Jährige. Dabei würden schöne Sachen gerettet, bevor sie im Müll landen. Eine 53-jährige Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte, kam extra aus Rottenburg vorbei: „Ich finde es total gut, die Dinge wieder zu verwerten, bevor sie im Müll landen.“ Sie sei positiv überrascht von der Resonanz und den angebotenen Waren. Peter Riedmüller aus Kuppingen kam vorbei, um die Tauschbörse mitzuerleben. Waren wollte er jedoch keine. „Es ist interessant, was man so tauschen kann“, sagt der 72-Jährige. Er denkt, dass einige Besucher die Börse für gewerbliche Zwecke, wie etwa für kommende Flohmärkte, nutzen. Yusuf Sillah aus Afrika freut sich jedenfalls riesig an dem Kleiderangebot. Andreas Ruoff schätzt, dass das Publikum zur Hälfte aus Einheimischen in der Umgebung und zur anderen Hälfte aus Migranten bestehe, das sei eine „bunte Mischung“. Ein wichtiges Anliegen treibt den Vorsitzenden um: „Wir sind alle im Rentenalter und brauchen dringend jüngere Helfer.“ Schließlich müssten alle Tische auf- und abgebaut werden und am Ende die Sortierreste für den Abtransport zur Entsorgung zusammengepackt werden. „Etwa 15 Prozent Kruscht müssen wir am Ende entsorgen, das kostet uns etliche Hundert Euro“, meint Ruoff. Trotzdem lohne sich die größte Börse im Landkreis Böblingen zur Müllvermeidung, und die Leute seien zufrieden. Das sind sie, die Besucher. Wie etwa ein kleines Mädchen, um die fünf Jahre alt, es freut sich riesig an seiner ergatterten Kuschel-Stoffblume und strahlt über beide Ohren.

Weitere Informationen zur Tauschbörse sind auf der neuen Homepage zu finden: www.wtb-herrenberg.de

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