Die nächste Waren-Tauschbörsen
in Herrenberg:

28. März 2020
19. September 2020

Hallenöffnung immer ab 08:30 Uhr.
Warenanlieferung ab 08:30 bis spätestens 11:00 Uhr.
Ende der Waren-Tauschbörse immer 12:30 Uhr.
Bitte beachten Sie: Neue Regeln für die Warenannahme!
Und: Je früher Sie Waren anliefern, desto größer ist die Chance, dass diese auch dankbare Abnehmer*innen finden!

„Das Jubiläum erfüllt uns mit Stolz“

In der Reihe „Heim(at)werker“ im GÄUBOTE vom 18.03.2017

Heim(at)werker: Auch die 50, Warentauschbörse heute in Herrenberg wird ehrenamtlich organisiert


Eindrücke von der 50. Waren-Tauschbörse

Schon lange bei der Warentauschbörse dabei (von links): Sigrid Schmidt, Michael Krell, und Andreas Ruoff. Dort sind Bücher und Haushaltswaren sehr begehrt GB-Fotos: Bäuerle/gb

Die Herrenberger Warentauschbörse findet am heutigen Samstag bereits zum 50. Mal statt. Inzwischen ein Selbstläufer, aber ohne ehrenamtliches Engagement wäre so eine Veranstaltung nicht denkbar. Die Heim(at)werker Andreas Ruoff, Sigrid Schmidt und Michael Krell sind mit großem Engagement und viel Herzblut bei der Organisation und bei der Börse dabei – und das schon lange.

Von Maria-Dolores Bloching

Am 29. Februar 1992 fand in der Herrenberger Mehrzweckhalle zum allerersten Mal die Warentauschbörse statt. „Und es war von Anfang an ein Renner“, erinnert sich Sigrid Schmidt. Ihre Idee war es, die Veranstaltung nach Herrenberg zu holen, „nachdem ich in Musberg auf einer Warentauschbörse war und von der Idee total begeistert war“. Der Verein hieß damals Vermeiden statt Verbrennen und war gerade einmal zwei Jahre jung. Entstanden ist er, als eine Sondermülldeponie in Gültstein ins Gespräch kam, „aber uns für alles, was Müll vermeidet, zu engagieren, das war unser Anliegen.“ Und die Warentauschbörse, die heute einen runden Geburtstag feiert, sei dafür eine super Lösung gewesen. „Schließlich hat jeder so viele Sachen daheim, die zum Wegschmeißen einfach zu schade sind.“
Das Prozedere ist denkbar einfach und vielleicht ein Garant für den langjährigen Erfolg und dafür, dass zwei Mal im Jahr rund 800 Menschen in die Mehrzweckhalle strömen. Gebracht werden darf alles, was noch zu gebrauchen ist, sauber und technisch einwandfrei ist – ob Bücher, Haushaltsgeräte aller Art, Stehlampen, Klamotten oder ausgediente, aber gut erhaltene Spielsachen. „Begonnen haben wir mit so wenig Restriktionen wie möglich, aber natürlich versuchen manche, uns ihren Müll unterzuschieben.“ Eine Eingangskontrolle gab es schon immer, und Michael Krell, bis vor kurzem Vorsitzender des Vereines, der inzwischen mit dem Sindelfinger Verein „Das bessere Müllkonzept“ verschmolzen ist, ist für sämtliche elektronischen Geräte zuständig. „Vieles ist kaputt und birgt einfach Gefahren, das müssen wir natürlich kontrollieren.“ Zwischen drei und fünf Personen stehen auch heute am Eingang und werfen einen kritischen Blick in die Taschen. Und Andreas Ruoff, inzwischen der Vorsitzende des Vereins, weiß, dass sich so manches Mal eine Überraschung dahinter verbirgt. „Einmal stand da ein sehr schwerer Koffer, und als wir ihn aufgemacht haben, war er voller Familiensilber“, erinnert sich der 66-jährige Ruoff, der in Bondorf lebt. Das wäre mal ein Schnäppchen gewesen, „aber wir konnten die Besitzerin zum Glück wieder ausfindig machen.“ Ein bisschen gehe es zu wie beim Discounter – es sind Vertreter aller Schichten, die kommen und stöbern.
Es sind eben diese Geschichten, das strahlende Gesicht von jemandem, der gerade ein tolles Buch ergattert hat, die die drei Ehrenamtlichen Jahr für Jahr dazu bewegen, die Organisation weiterhin zu übernehmen. Und das, obwohl Andreas Ruoff und Sigrid Schmidt seit der Premiere 1992 dabei sind, Michael Krell ist seit 20 Jahren dabei. Schmidt erzählt von einer Familie, die von Anfang an kommt, die immer wieder Spielsachen holt. „Dann bringen sie sie wieder zurück und holen sich neue Sachen und das ist kein Einzelfall und genau so entsteht kein Müll und die Dinge bleiben im Umlauf“, beschreibt die 59-jährige Poltringerin den Grundgedanken der Warentauschbörse, die zwei Mal im Jahr stattfindet.
Dankbar für Helfer
Sigrid Schmidt ist für die Organisation zuständig: Dass die 90 Biertischgarnituren stehen, genügend Kaffee und Kuchen zum Verkauf und ausreichend Helfer zugegen sind. „Und die vielen Helfer sind die Pfeiler unserer Arbeit, dafür sind wir unendlich dankbar.“ Die Warentauschbörse finanziert sich lediglich über Spenden und den Verkauf von Kaffee und Kuchen, denn der Eintritt ist frei, Sachen bringen und mitnehmen kostet nichts. Aber am Ende der Veranstaltung ist natürlich einiges übrig. „Ungefähr 30 Prozent bleiben in der Halle zurück, und wir entsorgen anschließend alles, dadurch entstehen uns pro Veranstaltung Kosten in Höhe von rund 600 Euro“, verdeutlicht Andreas Ruoff. Und schließlich seien sie auch alle 25 Jahre älter geworden und Nachwuchs werde dringend gesucht. „Aber das Jubiläum erfüllt uns mit Stolz. Es ist eine bunte Veranstaltung, wo man eine Antiquität oder ein gutes Buch finden kann und man geht überhaupt kein Risiko ein, und es ist auch für uns jedes Mal ein neues Erlebnis.“ Aber wenn zu viel Müll abgeliefert werde, „dann wird es uns auch zu viel, somit hat es jeder selber in der Hand, dass die Warentauschbörse eine Erfolgsgeschichte bleibt“.
Die Warentauschbörse in der Herrenberger Mehrzweckhalle ist heute von 8.30 bis 12.30 Uhr.